Physikalische Erklärung: “Haftende Gläser”

Das untere Glas mit dem Teelicht bleibt an dem oberen Glas hängen. Warum?

Das Naturgesetz

Das Teelicht erwärmt die Luft im Innern des Wasserglases. Die Luftteilchen bewegen sich stärker, brauchen mehr Platz und drängen daher einen Teil der Luftteilchen aus dem Glas, solange es noch offen ist. Dadurch, dass wir ein 2. Glas aufsetzen und die beiden Gläser mit dem angefeuchteten Küchenpapier gegen die Umgebungsluft abdichten, schaffen wir ein geschlossenes System gegenüber der umgebenden Luft. Nach dem Erlöschen der Kerze kühlt sich die Luft im Glasinnern wieder ab. Da nun aber weniger Luftteilchen im Glas sind, herrscht im Glas nach der Abkühlung eine geringere Luftdichte. Wir sprechen von Unterdruck gegenüber dem Umgebungsdruck. Dieser Druckunterschied hält die Gläser zusammen.
Erst wenn der Abdichtungseffekt des Küchenpapiers nachlässt, kann sich der Druck zwischen dem Glasinnern und der Umgebungsluft wieder ausgleichen, sodaß sich die Gläser von einander lösen lassen.

Beispiele aus dem Alltag

Beim Einwecken wird der Inhalt heiß in das Weckglas gefüllt und dann mit Hilfe von Gummiring und Deckel gegen das Eindringen der Außenluft abgesichert. Nach dem Abkühlen der Inhalts herrscht im Weckglas ein geringerer Luftdruck als in der Umgebungsluft. Dieser Unterdruck sorgt dafür, dass der Inhalt nicht verdirbt.
Für das Marmeladenglas gilt das Gleiche – beim Öffnen des Deckels kann man oft sogar ein Zischen hören.

Weitere Informationen

Der Partyversuch: “Fliegender Teebeutel (10)“ zeigt gleichfalls die Abhängigkeit der Luftdichte von der Temperatur?
Weitere Infos unter Versuchseinheit Luft (Zauberhafte Physik in Grundschulen) und
Lesekiste 1: Papierspirale.

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