Zauberhafte Physik mit Unterrichtsmodulen

zauberstunde-grundschuleFoto: Uwe Schrader, Teltow-Grundschule, Berlin-Schöneberg

 

100 einfache Experimente für den Sachkundeuntericht

Die Versuche
Die Organisation
Die Vorteile
Ablaufplan zur Organisation

Sie nennen sich Physikpaten und gehen in Teams von drei bis fünf Personen in Grundschulen, um im Rahmen des regulären Unterrichts physikalische Experimentierstunden, so genannte Zauberstunden, durchzuführen.
Sie sind an naturwissenschaftlichen Fragen interessiert; oft sind es Ruheständler_innen aus technisch-naturwissenschaftlichen Berufen, Eltern in einer Berufspause aber auch Studierende und Auszubildende, die von ihren Ausbildern für einen Vormittag freigestellt werden.
Sie führen die Versuche in Gruppen von vier bis fünf Kindern durch und ermöglichen durch ihre individuelle Betreuung, dass jedes Kind jeden Versuch selbst machen und „begreifen“ kann.
Eine Gruppe übernimmt die Lehrkraft; sie kann sich auf diese Weise mit den physikalischen Versuchen vertraut machen (learning by doing). Eine Physikpat_in fungiert als Moderator_in und führt durch die Stunde.
Alle notwendigen Versuchsmaterialien werden von den Physikpaten mitgebracht.
In einer Doppelstunde können vier bis sechs Experimente durchgeführt und erläutert werden. Dazu gibt es Arbeitsblätter. Für die Nacharbeit werden den Lehrkräften entsprechende Unterlagen überlassen.


„Wir zaubern mit Hebeln“ – Zauberstunde in einer 1. Klasse der Homer-Grundschule, Berlin-Prenzlauer Berg

Die gesamte Dokumentation kann heruntergeladen werden, und zwar auf der linken Seite unter “DOWNLOAD DOKUS”. Aufgrund der einfachen Formatierung der Unterlagen ist eine Modifizierung und Umgestaltung durch die Anwender_innen möglich.
Die Dokumentationen sind gemäß creative commons lizenziert, dürfen bearbeitet und unter gleichen Bedingungen bei Namensnennung weitergegeben aber nicht kommerziell genutzt werden. Näheres dazu finden Sie unter COPYRIGHT.

Die Versuche

Die Anregungen zu den Versuchen stammen aus der einschlägigen Literatur (z.B. „365 Experimente für jeden Tag“ vom moses-Verlag), aus technischen Museen oder wurden von den Physikpaten selbst entwickelt. Kriterien für die Auswahl sind: kurze Beobachtungszeiten, überraschende und spielerische Effekte, Bezüge zu vorgeschriebenen Lerninhalten, problemlose Wiederholung der Versuche und Transportierbarkeit der Versuchskoffer im öffentlichen Nahverkehr.
Die Materialien stammen aus dem Umfeld der Kinder bzw. aus dem Haushalt der Physikpaten, sind preiswert, regen zur Nachahmung an und lassen Schwellenängste vor komplizierten, physikalischen Instrumenten gar nicht erst aufkommen.
Die über 100 Experimente sind zu Unterrichtsmodulen zusammen gefasst und behandeln folgende Themenbereiche:
Ruhende Luft, Bewegte Luft, Wasser, Strom, Magnete, Kraft, Hebel, Reibung und Akustik.
Manche Unterrichtsmodule umfassen nur eine, manche zwei Doppelstunden. Mit den bisher ausgearbeiteten Modulen können vierzehn Doppelstunden bestritten werden. Die Versuchskoffer werden von den Physikpaten selbst erstellt; die Sachkosten liegen zwischen 100,- und 300,- € pro Materialkoffer für fünf Gruppen.
Zusammen mit Jörg Fandrich von der Arbeitsgruppe Didaktik der Physik der Freien Universität Berlin wurden die Unterrichtsmodule lehrplangerecht aufbereitet, so dass die Zauberstunden nicht nur Neugier wecken und Begeisterung auslösen, sondern zusätzlich den beteiligten Lehrkräften wertvolle Anregungen für ihren eigenen Unterricht geben. Herr Fandrich setzt die Versuche der Zauberhaften Physik in seinen Lehrerfortbildungen sowie in der Ausbildung von zukünftigen Grundschullehrkräften mit dem Fach “Naturwissenschaften” ein. Seine Lehramtsstudierenden hospitieren seit 2012 in den Zauberstunden der Bürgerstiftung Berlin, hierbei können sie ihre didaktischen Fähigkeiten erproben, lernen ihre spätere „Klientel“ kennen und gewinnen Einblicke in die praktische Arbeit der Grundschulen.

Versuchsentwicklung zauberhafte Physik wir zaubern mit Hebeln, mit Kraft, mit Wasser

Die Organisation

Das Projekt braucht einen Träger als offiziellen Ansprechpartner für Schulen und Paten sowie als diejenige Institution, die für die entstehenden Unkosten aufkommt (siehe Ablaufplan am Ende der Seite).

Die Arbeit vor Ort führen die Paten meist selbstbestimmt und ehrenamtlich durch. Sie können zunächst im Bekanntenkreis und unter ehemaligen Kollegen der Initiatoren geworben werden. Mit Ausweitung des Projekts müssen in der Regel  zusätzliche Physikpaten durch Zeitungsaufrufe, auf Rentnernachmittagen von Firmen und durch Verbände gewonnen werden (siehe Patenwerbung auf der Startseite).

Physikpaten unterschiedlicher Generationen bei der Zauberhafte Physik in Grundschulen

Es bietet sich an, Teams von etwa vier bis acht Paten zu bilden, in denen ein Teamleiter als Ansprechpartner für die Schulen fungiert, den Einsatzplan seiner Paten koordiniert und die Verantwortung für die Versuchsmaterialien übernimmt. Werden mehrere Teams gebildet, sollte zusätzlich ein Projektleiter die Koordination und fachkundige Betreuung der einzelnen Teams übernehmen.

In der Vergangenheit haben sich zwei Modelle bewährt: Schulteams und Schnupperteams.
Schulteams werden einer bestimmten Grundschule zugewiesen und betreuen dann alle Klassenstufen dieser Schule. Sie entwickeln eine gewisse Verbundenheit mit „ihrer“ Schule. Die Auswahl der Versuche und die Erklärungen passen sie dem Wissenstand der jeweiligen Klassenstufe 1 bis 4 an.
Schnupperteams gehen in verschiedene Schulen, geben dort nur wenige Stunden nach Vereinbarung und ergänzen mit einem bestimmten Unterrichtsmodul den aktuellen, naturwissenschaftlichen Unterricht. Schnupperteams werden eher in den Klassen 4 bis 6 eingesetzt und haben demzufolge auch höheren, fachlichen Ansprüchen zu genügen.

Die Vorteile

Das Projekt ist zeitnah umsetzbar. Träger können staatliche und private Institutionen, Stiftungen, Hochschulen, Volkshochschulen, Fördervereine, Verbände oder Gemeinden sein.
Geeignete Physikpaten, in der Regel MINT*)-Rentner_innen, müssten motiviert werden können; denn Deutschland verfügt über 20 Millionen Rentner_innen. Viele davon sind rüstig, gut ausgebildet und gern bereit, sich in die Bildungsarbeit mit Kindern einzubringen. Das Arbeiten mit Kindern macht Spaß und hält jung. In früheren Zeiten konnten ältere Menschen ihr Wissen in ihren Großfamilien an die Enkel weitergeben. Heutzutage gibt es nur noch wenige Familien, in denen drei Generationen zusammen leben. Daher sollte die Weitergabe von Seniorenwissen im familienexternen Bereich vermehrt unterstützt werden, insbesondere wenn es um handwerkliche und technisch-naturwissenschaftliche Inhalte geht.

*) MINT = Mathematik – Informatik – Naturwissenschaft – Technik


Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Kinder werden für Naturwissenschaft und Technik begeistert
  • Ruheständler haben eine sinnvolle Altersaufgabe und können ihr Wissen weitergeben
  • Lehrkräfte erhalten Unterstützung und Anregungen
  • Schulen erweitern ihr Bildungsangebot ohne nennenswerten organisatorischen Aufwand
  • Studierende und Azubis sammeln Erfahrungen im Moderieren und in generationsübergreifender Teamarbeit
  • Naturwissenschaftliche Bildung wird in die Gesellschaft getragen.

 

Ablaufplan Zauberhafte Physik
Die Initiatorin des Projekts ist gern bereit, Interessenten zu beraten und ihre Erfahrungen weiter zu geben
Kontakt:
postadresse

Maren Heinzerling im Einsatz